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Hauptsache Parkplatz voll

Keine Frage, es wird eine schwierige Sommersaison. Besonders bei uns in Südtirol, denn der italienische Markt droht stark zu schrumpfen. Das Sparpaket von Mario Monti lässt den Italiener in Unsicherheit, so verzichten verständlicherweise viele auf den sonst fix geplanten Sommerurlaub. Keiner weiß welche Belastungen (steuerliche) morgen oder übermorgen auf der Tagesordnung stehen. Dazu natürlich noch die Erdbeben in Oberitalien, die nicht besonders Urlaubsfreude aufkommen lassen. Aber abgerechnet wird zum Schluss!

Diese Unsicherheit ist aber auch im Tourismus spürbar. Die Hoteliers sind von der miesen Buchungslage und der neuen IMU-Steuer extrem unter Druck, und starten nun Dumping-Aktionen eine nach der anderen.  Flash-Deal auf Booking.com (50% Rabatt), oder Groupon Angebote, oder irgendwelche abstrusen Rechnungen, bei denen sich die Mathematiker wohl im Grab noch umdrehen. Ihr versteht schon: 7=5 oder 4=2 oder was weiß ich was… 5 Sterne Hotels gibt es in Südtirol jetzt auch schon ab 80€ zu buchen. Leider wahr, leider wahr. Was mir bei solchen LastMinute Geschichten dann immer besonders gefällt ist folgende Satz am Ende: „Das Angebot gilt nicht für bereits getätigte Buchungen„. Super, dann wird mir als Frühbucher auch noch das Geld aus der Tasche gezogen, und schafft zusätzlich noch böses Blut zwischen Gast und Gastwirt.

Sollte so eine Deal-Aktion dann wirklich mal funktionieren, dann schauen die Berufskollegen neidisch auf den vollen Hotelparkplatz vom „Low Cost Hotel“ (auch wenn am Eingang 4 Sterne drauf steht). Voller Parkplatz heißt super Geschäft. Aber was nützen mir 60 Leute im Haus die ich alle über einen Booking.com Flash Deal generiert habe.

Ich erkläre euch auch kurz das Konzept des Flash-Deals: Das billigste Zimmer wird um 50% skontiert, dazu kommen noch 12% Provision  die ich an Booking.com abgeben muss und dazu noch die Mwst. Hier kann sich ein Kind die Rechnung machen, dass sich das kaum lohnt.

Also liebe Gastwirte: In Zeiten wie diesen haben volle Parkplätze keine Aussage. Lieber 30 Gäste die voll Zahlen, als 60 Gäste die 50% Angebote bekommen. Haltet eure Preise, gebt nicht nach beim Feilschen von Seiten des Gastes. Wenn man sich geschlossen dagegen stemmt dann wird der Tourist auch die 5 € mehr bezahlen. Aber leider werden die lieben Gäste immer wieder bestätigt, da der Hotelier meistens nachgibt. Mal sehen was übrig bleibt nach der Krise, vielleicht auch was positives und das wäre eine Marktsäuberung. Denn „wer nichts wird wird Wirt“ gibt es danach nicht mehr…

 

1 Comment

  1. Amen!
    Der „Ausverkauf“ findet nicht nur im Südtirol statt, sondern leider auch bei uns in der Schweiz. Aber eben, wie du schreibst hat diese Kurzsichtigkeit auch seine Vorteile: die Strukturbereinigung in der Branche wird noch schneller vorangetrieben…

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