Lange nichts von mir gehört. Zu Silvester habe ich mir den Vorsatz gestellt wieder mehr Posts zu schreiben. Naja bis März habe ich den Vorsatz erfolgreich gebrochen. Mal sehen ob in Zukunft mehr Zeit verbleibt, wahrscheinlich aber nicht 😉

Hier ein Bild dazu 😉

Aber weiter mit dem eigentlichen Artikel…

In schwierigen Zeiten wie jetzt fischen viele Hoteliers im selben Teich.  In Südtirol gibt es den deutschen Markt, italienischen Markt und in der westlichen Landeshälfte noch die Schweizer. Die Märkte werden nicht größer, das Angebot aber auch nicht kleiner. Vielleicht regelt in naher Zukunft auch die Krise das Problem mit dem überschüssigen Angebot. Immer diskutiere ich mit Kunden, wie man in Zukunft neue Märkte bearbeitet. Als kleines Hotel mit begrenzten Marketingbudget natürlich extrem schwierig. Den ersten Schritt um neue Märkte zu bearbeiten muss meiner Meinung die jeweilige Destination leisten. Allein auf großer Flur geht man bei der Vielzahl der Angebote unter..

Interessant ist die Grafik welche die Österreich Werbung veröffentlicht hat.

Quelle: http://blog.austriatourism.com/2014/01/7892/

Russen, Chinesen und Araber sind die Gäste von morgen! Österreich hat er erkannt und die Märkte teilweise schon sehr erfolgreich bearbeitet. Natürlich haben wir in Südtirol einen großen Klotz am Fuß mit unserem nicht funktionierenden Flughafen. Das bremst natürlich auch unsere Internationalisierung. Aber so lange die hälfte der Bevölkerung in der öffentlichen Verwaltung arbeitet kann man sich dagegen stellen. Vielleicht kann man auch hier etwas gutes an der Krise entlocken.

Wenn man die Grafik ansieht dann fällt auf, wie sehr sich die ausländischen Gäste auf bestimmte Orte/Destinationen konzentrieren. Gelungen Marktbearbeitung einzelner Destinationen auf neuen Märkten Wer war schon mal in Zell am See? Es ist der Wahnsinn wie viel Araber im Oktober da Urlaub machen. Und die Hoteliers spielen mit und passen sich an! In den Eingangshallen der Unterkünfte ist der Willkommensgruß an der Kreidetafel bereits auf arabisch. Andere haben wiederum in den Zimmer einen Hinweiß nach Osten platziert um den Gästen die Gebetsstunde zu erleichtern.

Warum kommen jetzt so viele Araber nach Zell am See?

Die Touristiker haben es früh verstanden den Markt zu bearbeiten. Araber lieben das Wasser bzw. den Schnee.  Ein Regentag ist für die sonnenverwöhnten Gäste ein Segen. Dazu kommt noch der Gletscher am Kitzsteinhorn und natürlich der See selber. Nebenbei macht den Arabern die lange Reise wenig aus. Taxifahrer haben mir berichtet, dass sie sich von den Flüghäfen Innsbruck, Salzburg und München abholen lassen, und haben kein Problem mit mühsamen Anreisen.  Wer sich für das Thema noch mehr interessiert kann sich hier, und hier weiter  informieren.

Ich möchte dieses Beispiel als gelungenes Beispiel für die Eroberung neuer Märkte nennen. Passenden Zielmarkt aussuchen und dort als Destination vertreten sein bzw. Klinken putzen.

Ein ähnliches Beispiel in Südtirol wäre die gelungene Osterweiterung des Tourismusverbandes Kronplatz. Wenn ich in anderen Landeshälften erzähle, dass mittlerweile Slowenen, Kroaten, Ukrainer etc. den Winter retten, ernte ich meisten ungläubige Blicke.  Interessant dabei, dass das näher gelegene Hochpustertal für Kroaten viel weniger beliebt bzw. bekannt ist als der Kronplatz

Warum ist das so?

Der Verband ist schon frühzeitig nach Kroatien gefahren und hat dort Kontakte geknüpft bzw. den Markt bearbeitet. Anfangs noch mit Kopfschütteln begleitet, war das im Nachhinein ein strategisch extrem wichtiger Schachzug. Wo würde der Kronplatz heute ohne „Ost-Gäste“ stehen. Ich sag mal salopp, dass Italiener momentan das Geld fehlt, und die deutschen immer weniger Skifahren.

Fazit: Man muss sich klare Gedanken machen welche neuen Märkte bearbeitet werden können. Natürlich ist es sehr schwierig bei sinkenden Geldmitteln. Dazu benötigt die Destination einen langen Atem, und die Hoteliers müssen auch mitspielen und Kontingente zu Verfügung stellen. Eine Destination kann den Gastbetrieben einen Markt nicht aufdrängen. Sind die ersten Hürgen überstanden wird man mittelfristig von diesen Aktionen die Früchte ernten. Am Beispiel Kronplatz waren die ersten Jahren mit kroatischem Publikum sehr turbulent. Mittlerweile hat sich aber alles eingependelt, und heute profitiert die ganze Region von der damaligen Werbeaktion.

Kleiner Tipp an Unterkünfte  für eine Gäste-EU-Osterweiterung: Booking.com eignet sich hervorragend um internationaleres Publikum zu erhalten. Das Buchungsportal übersetzt die Seite des Hotels in alle möglichen Sprachen und bringt damit die sprachliche Barriere zu Fall. Wenn man sich selber auf zu neuen Ufern macht, wird man sich meiner Meinung nach sehr schwer tun. Booking.com löst wenigstens das Sprachproblem.

Können wir das auch, was uns Zell am See gezeigt hat?