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Das Spiel mit dem Booking.com Feuer

Sind Buchungsportale Fluch oder Segen?

So 100% gibt es darauf keine Antwort! Einerseits generieren sie uns unkompliziert Buchungen, andererseits ist man ihnen immer mehr ausgeliefert.

Was mich bei Booking.com (und anderen Buchungsportalen) stört, ist das Brandbidding über den Google Adwords Kanal. Ich erkläre kurz Brandbidding: Seit ein paar Jahren hat die EU erlaubt, auch auf markengeschützte Namen Werbung zu schalten. Was ist passiert? Natürlich kaufen sich alle Portale das Keyword „Hotelnamen“ ein. Wie viel jetzt der getätigten Booking.com Buchungen in einem Hotel über die eigene Marke kommen wird nur der Betreiber selber wissen. Viele erkennen auch nicht den Unterschied zwischen bezahlten Eintrag bei Google und neutralen Eintrag. Anbei noch eine nette Grafik wieviel booking.com Geld in Google steckt, um eben immer ganz oben positioniert zu sein.

Google earnings

Seit kurzem sagt einem Booking.com selber wie gut der Eintrag auf ihrer Webseite ist und begründet dadurch die Positionierung auf deren Seiten. Denn nicht der ganz oben ist, bezahlt auch am meisten.(ähnlich wie bei Google Adwords) Kurz gesagt. Wer Booking.com am meisten Umsätze generiert kommt auf die ersten Positionen. Ist auch logisch. Generierst du mir viel Kohle dann werde ich dich natürlich als A-Kunde behandeln. Hier die Kriterien:

Booking.com Kriterien

Ich glaube das A & O ist die Verfügbarkeit. Und hier ist bestimmt der Mindestaufenthalt zu nennen. Wenn man für 1 Nacht buchbar ist bekommt man mehr Sichtbarkeit, und daraus dann auch  mehr Buchungen. Zusätzlich stufe ich die Conversion noch als relativ wichtig ein. Welche Rolle die Provision spielt kann man nur mutmaßen.

Aber warum buchen jetzt immer mehr Gäste über booking.com – obwohl sie vielleicht das Haus schon kennen?

Ich hatte erst vor einiger Zeit bei einem Kunden zweimal den folgenden Fall: Gast stellt normale Anfrage über Homepage und bekommt dadurch ein Angebot. Nachher kam die Buchung über booking.com rein. Der Gast wurde darauf angesprochen und er begründete dieses Verhalten aufgrund der lockeren Stornomöglichkeit auf booking.com. 12 % des Umsatzes geht somit wieder zu booking.com :( So sind Buchungsportale wahre Blutsauger in der Buchungsstrecke und verdienen gut mit. Man könnte jetzt natürlich mit ähnlichen Stornokriterien dagegen wirken, doch leider kommen die Gäste nicht immer auf die Homepage bevor gebucht wird, sondern verbleiben auf booking.com. Vielleicht könnte man als Destination querbeet für alle Betriebe die selben Stornokriterien einrichten. z.b: in Südtirol ist bei jedem Betrieb die Stornofrist 14 Tage. Da würde bestimmt wieder der Eine oder Andere quer schießen.

Was unbedingt verbessert werden muss, ist der Umgang mit dem Gastwirt. Ich weiß nicht ob es nur in Südtirol ein Problem ist, aber man erreicht die Ansprechpersonen sehr selten bei booking.com. Seit kurzem gibt es zwar ein Büro in Bozen, aber die Kommunikation hat sich noch nicht wesentlich verbessert. Vielleicht wird das ja noch. Bei Holidaycheck kann man sich hier eine Scheibe abschneiden. Die Reaktionszeit liegt unter 24 Stunden, und man hat das Gefühl dass der Hotelier als Partner gesehen wird. Bravo!

Jetzt bleibt jedem selber überlassen wie er die Portale sieht. Natürlich gibt es viele indirekte Vorteile was eine Präsenz  bringt. Hier fällt das  Stichwort „Billboard Effekt“. Dazu aber das nächste mal mehr…

Wie handhabt ihr das Thema booking.com & Co. Muss man drauf oder geht’s auch ganz gut ohne?

 

 

 

11 Comments

  1. Und ich habe schon 3x über booking.com gebucht nachdem ich via Hompeage angefragt habe. Warum? Weil (in 2 Fällen) der Preis via Email höher oder genau gleich war, null Rabatt :)

  2. Magari isch dazuazusogen dass des kaone longe Urlaube mit Monate dervor woarn sondern olm relative last-minute für ein Wochenende. Manchmal sogar die Woche davor.

  3. Leider kann man keinen günstigeren Preis anbieten via E-Mail. Im Vertrag steht das Best-Price Prinzip. Man muss booking.com den günstigsten Preis bieten…

  4. Als Kleinbetrieb (40 Betten) haben wir Booking.com 6 Monate getestet (März – August 2012). Es währen aber nur 4 Monate gewesen! Aber probiert mal aus Booking zurückzutreten wie spannend das wird mit den ganzen Telefonanrufe von den Ansprechpersonen von Booking :-D! Am Ende hat nur ein Einschreibebrief direkt nach Holland funktioniert.

    Wie du schon erwähnt hast, Booking nützt dein Name und liegt ganz einfach an 1. Stelle bei Suchmaschinen. Wieviele Gäste wirklich dann deine Webseite ansehen ist schwer zu sagen. Sicher ist es daß im Zeitraum vom März-August 2012 die Anfragen aus dem on-line Formular auf unserer Webseite drastisch zurückgegangen sind (und ich spreche über 45% weniger Anfragen). Seit wir raus aus booking sind erhalten wir wieder die normale Anfragennummer als gewöhnlich in diesem Zeitraum.

    Was war aber das entscheidende Faktor um aus booking zurückzutreten?
    Der Stammgast, der ganz einfach den Namen vom Betrieb auf Google gesucht hat (wieviele Internet-User tippen ja http://www.betreib.com auf die Google Leiste, Statistiken gibt es genug) und auf dem 1. Resultat (Booking) gewählt hat. Der Stammgast hat das Zimmer nicht gefunden. Aber wir hatten es ja zur Verfügung weil wir nicht alle Zimmertypen auf Booking freigeschaltet hatten. Booking bietet dann ein anderer Hotel in der Nähe. Unser Stammgast kam dann in Juli vorbei und sagte daß er auf UNSER Webseite alles VOLL war?!?!?

  5. Hallo Igor, schön das du dich an der Diskussion beteiligst. Kann mir denken, dass das Kündigen nicht so einfach ist :)
    Leider erkennen viele Leute nicht den Unterschied zwischen Anzeigen und neutralen Ergebnissen. Einige werden bestimmt glauben die booking.com Seite ist die Homepage… (tja solche Leute gibt es auch noch)

    Ein Vorteil von Booking.com ist aber bestimmt die Sichtbarkeit. Du bist z.B: als Booking.com Kunde auch auf http://www.italien.com drauf, und vielen weiteren Portalen. Dazu kommen noch die Leute die dich nach dem ersten Kontakt auf Booking.com auf Google suchen… Leider sind solche Geschichten sehr schwer zu messen.

    Schönen Abend noch!

  6. Hans-Peter Schraffl

    1. November 2012 at 10:07

    sehr guter Artikel zum Thema
    http://www.hotellerie.de/de/pari-pari-oder-larifari

  7. Ich glaube schon das Plattformen wie booking.com und HRS bedient sollte.
    Man muss aber eine Startegie entwicklen diese an der kurzen Leine zu halten
    In der Anfangsphase, wenn man auf eine der Plattformen geht, geht es hauptsächlich darum Buchungen zu generieren aus Märkten an die man bislang nicht herankam, wichtig ist die Generierung von Bewertungen. Es ist immer auch eine Frage der Ausgangslage, wie hoch ist die Auslastung davor? Wie gut performt die eigene Website? Bei den Kosten der Provisionen ist bald ein Budget zusammen für ein Website Projekt.

    Das um und auf beim Managen der Kapazitäten das Wissen wie siech die Nachfrage entwickelt und ob es Zeiten gib in denen man ohnehin alles selbst verkaufen kann. Da kann man wenige Teaser Zimmer hineinstellen. Bei den Spitzenterminen kann man sich aufs Direktbuchen konzentrieren, und ein dynamisches Preiskonzept einsetzen. Wichtig ist um solch eine Strategie durchzusetzen, eine gut funktionierende Website die von sich aus (mit Hilfe von Blog und Social Media Aktivitätenm) genug Traffic anzieht. Dann sollte ein Online Buchungstool eingebaut sein. Nur mit einem Anfrageformular gegen ein Booking Listing antreten zu wollen halte ich für ein gewagtes Unterfangen und nur für Häuser mit hohen Stammkundeanteil eine mittelfristig gangbare Strategie.
    Anlässlich der HRS Provisionserhöhung habe ich einen Artikel geschrieben und dargelegt wie man vorgehen kann und was man beachten sollte http://www.igumbi.com/de/blog/hrs-provisionen-von-13-auf-15-prozent-gestiegen-was-nun-tun.

  8. … ich habe einmal bei booking .com ein Zimmer an der Ostsee gebucht und problemlos storniert.
    aber!!! seitdem werde ich diesen Dämon nicht mehr los, weil ich beinahe täglich deren Werbeangebote per e-mail bekomme. Da ich dies nicht verhindern kann, ist
    Booking. com für mich verbrannt.
    Ausserdem wundert es mich, dass der Eindruck erweckt wird, dass ausser diesem einen Zimmer App. etc. in der ganzen Region nichts mehr frei sein soll ist.(Abmahnuing in Holland und Deutschland)
    So sind wir auf blauen Dunst gefahren und konnten vor Ort von einem reichlichen
    Angebot freier Zimmer provitieren, die wesentlich günstiger waren.
    Eine Unterkunft per Internet zu suchen ist im Prinzip eine feine Sache, aber letztlich verselbständig sich alles zu Werbemüll.
    Ansgar Klose

  9. Hallo Ansgar,
    es sollte kein Problem sein den Werbenewsletter abzubestellen. Irgendwo ist sicher ein Abmeldelink!
    Ja Booking.com macht das schon geschickt, indem sie den Urlauber vorgaukeln, dass in der Region nur noch wenige ZImmer frei sind
    Der Erfolg gibt ihnen aber Recht. So ist es nun mal…

  10. Hi,
    haben mit der Zusammenarbeit mit Booking ziemlich gute Erfahrungen gemacht – auch von der Kommunikation. Sonntag früh machen Sie Änderungen und helfen einem auch Samstags nachts. E-mail funktioniert nicht so gut, aber die online Antworten über das Portal sind sehr schnell.
    Bei Holidaycheck warten wir regelmäßig wochenlang auf e-mail Antworten.
    Haben über Booking schon oft Zeiten ausbuchen können, die wir sonst nur halbvoll gehabt hätten.
    Beste Grüße
    Monika

  11. Da hast du aber Glück :) Meistens ist es umgekehrt. Ich glaube das hängt aber auch immer etwas von der Region zusammen. Lebt man in einer hoch touristischen Destination dann wird das Call-Center besser bestückt sein. Und natürlich bringt Booking.com Buchungen. Man darf sich dem Portal halt nicht zu sehr ausliefern. Wenn du ihnen komplett den Vertrieb übergibst setzt du dich einem Risiko aus. Was ist wenn sie dann aus heiterem Himmel die Provision auf 25% erhöhen? Wird so schnell nicht passieren, aber man weiß ja nie…

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