Ich habe hier im Blog schon öfters vom Billboardeffekt gesprochen. Der Effekt beschreibt ein Phänomen,  dass alleine die Präsenz auf Buchungsportalen schon zu Buchungssteigerungen führt. Die genaue Studie könnt ihr hier nachlesen. Expedia selbst hat die Zusatzbuchungen zwischen 7,6% und  26% beziffert.

Um jetzt von der grauen Theorie etwas in die Praxis zu kommen habe ich letztens folgenden Test gemacht. Das Wellnesshotel Majestic am Kronplatz stellt seinen Hotelnamen von „Alpine Wellnes Resort Majestic“ auf „Majestic Hotel & Spa“ um. Seit einiger Zeit läuft die Namensänderung auf den Internet-Portalen. Die Printgeschichten werden von Zeit zu Zeit nachgelegt.

Absichtlich haben wir nun mit der Umstellung  auf Booking.com  einige Zeit vorher begonnen. Booking.com deshalb weil es das stärkste Buchungsportal in unseren Breitengeraden ist, und da die Auswirkung am deutlichsten zu sehen sein wird. Wenn man der Billboardstudie glauben schenkt, dann müssten die Gäste einen Betrieb auf den OTA’s finden und nachher die Recherche nach der Unterkunft starten. Auf den Portalen findet man nämlich keine Kontaktdateien und auch keine Telefonnummer. Booking.com möchte natürlich selber die Buchung generieren und damit die Provision kassieren.

Was ist jetzt nach der exklusiven Namensumstellung passiert?

Hier ein Bild aus Google Analytics vom Hotel Majesitc. Zeitraum: 07.11.2012 bis zum 26.11.2012.

Billboardeffekt

Am 10.11.2012 wurde auf Booking.com der Name geändert, bis wir am 26.11.2012 bei allen anderen Portalen den Namen nachgelegt haben. In den 16 Tagen sind 43 Besucher mit dem Keyword „Majestic Hotel & Spa“ auf die Seite des Hotel Majestics gekommen.

Man kann daraus schließen, dass die Besucher den Betrieb zuerst auf Booking.com gesehen haben (denn nirgendwo sonst war der neue Hotelname präsent) und haben den Betrieb dann via Google gesucht. Damit sind kostenlos 43 Besucher auf die Webseite gekommen. Wenn man den Schnitt auf das Jahr aufrechnet bekommt man eine stattliche Summe an „kostenlosen“ Besucher.

Was dem Hotelier natürlich freut ist ein großes Ärgernis für die OTA’s. Sie verlieren wahnsinnig an Umsatz weil die Leute nicht über ihren Kanal buchen. Viele Urlauber werden immer noch Angst haben die Kreditkarte im Internet zu hinterlassen, oder andere nehmen bestimmt immer noch gerne den Telefonhörer in die Hand. Es wird aber mehrere Gründe geben.

Fazit: Einträge auf OTA’s (booking.com, HRS, und wie sie alle heißen) machen immer Sinn, auch wenn damit nicht viel umgesetzt wird. Man erhält kostenlose Sichtbarkeit und somit einen indirekten Nutzen. Ich bin auch davon überzeugt, dass ein Booking.com Eintrag sich positiv auf den eigenen Google Plus Local Eintrag auswirkt. Das ist aber wieder eine andere Baustelle :)